Gibt es noch Waschsalons?

Arbeitsunfall

Ehrlich gesagt, habe ich diese Dinger schon lange nicht mehr gesehen. Aber gut. Das muss ja nichts heißen. Einen gibt es aber zumindest noch. Und genau dieser eine ist im vorliegenden Fall unserem Arbeitnehmer zu „Verhängnis“ geworden. Da steht der gute Mann nun extra morgens 3,5 Stunden früher auf um noch schnell vor der Arbeit im Waschsalon halt zu machen. Dann erlitt er einen Verkehrsunfall. Da sich der Waschsalon auf seinem direkten Weg zur Arbeit befand, wollte der Arbeitnehmer den Unfall als Arbeitsunfall anerkennen lassen. Zunächst mal nicht ganz abwegig. Dies sah das LSG Baden-Württemberg mit Urteil vom 29.06.2018 Az.: L 8 U 4324/16 aber ganz anders.

Entscheidend ist, dass das Zurücklegen des Weges zum Waschsalon – auch wenn es die normale Strecke zur Arbeit war – nicht in Zusammenhang mit der Arbeit stand, sondern das frühe Losfahren von zu Hause rein private Gründe hatte, da der Kläger in diesem Moment nicht zum Arbeiten, sondern zum Wäschewaschen fahren wollte. Ohne die Absicht, an diesem Tag zum Waschsalon zu gehen, wäre er nicht früher zur Arbeit losgefahren, so dass LSG Baden-Württemberg.

Da half es auch nichts, dass der Arbeitnehmer u. a. auch seine Dienstkleidung gewaschen hat. Es bestand nämlich keine Pflicht diese zu tragen.

Wir können uns also abschließend die Frage stellen, wie die Sache ausgegangen wäre, wenn es eine solche Pflicht gegeben hätte.

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