Zahnloser Tiger

Entgelttransparenzgesetz

Es gibt so Gesetze, in die haben alle große Hoffnungen und Erwartungen gelegt. Und dann…? Dann passiert nichts. Oder zumindest wenig. Sehr wenig. Da gibt es so ein Gesetz. Das Entgelttransparenzgesetz. Dies gilt seit dem Januar und soll die Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen herstellen. Nur scheinbar wird dieses Gesetz von den Frauen so gut wie gar nicht genutzt. Aus einer von der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Umfrage bei etwa 20 großen deutschen Unternehmen geht hervor, dass die Zahl der Gehaltsanfragen nach fast einem Jahr zwischen null und 50 liegt. Dabei zählen die Konzerne teilweise mehr als 100.00 Beschäftigte.

Bei der Deutschen Post, Henkel, Bosch, Audi, Continental und der Deutschen Bahn gab es beispielsweise weniger als 20 Anfragen. Bei Siemens waren es unter 100. RWE verzeichnete genau eine Anfrage einer Frau, bei Aldi-Süd gab es nicht eine einzige.

Klagen hat es bisher auch nicht gegeben. Auch der Verfasser durchsucht jeden Tag die einschlägigen Rechtsdatenbanken in der Hoffnung, in Sachen Entgelttransparenz mal fündig zu werden. Aber vielleicht ist es dafür auch noch zu früh. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass das Gesetz so recht noch keiner kennt. Oder liegt es vielleicht auch daran, dass die Betroffenen bei entsprechenden Anfragen Nachteile befürchten. Oder liegt es vielleicht daran, dass das Gesetz keine direkte Anspruchsgrundlage auf eine gleichwertige Bezahlung hat. Oder liegt es vielleicht daran, dass Frauen doch nicht weniger verdienen als Männer.

Wer weiß das schon. Aber vielleicht passiert ja noch was.

Ein Kommentar

  1. … oder liegt es vielleicht daran, dass in vielen Unternehmen eine der sonstigen Voraussetzungen des Auskunftsanspruches nicht gegeben ist, beispielsweise die notwendige Anzahl vergleichbarer Beschäftigter des anderen Geschlechts in gleicher Position…? Bei mir in der Firma ist es beispielsweise so, dass es einen männlichen Chef gibt und ausschließlich weibliche Angestellte. Und schon ist es nix mit einem Auskunftsanspruch.

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