Urlaub gibt’s nicht – da haben wir zu viel zu tun

Urlaubsanspruch

Das Thema Urlaub ist immer wieder heikel. Insbesondere dann, wenn der Arbeitgeber den gewünschten Urlaub nicht genehmigen will. Im vorliegenden Fall beantragte ein Tanklastfahrer für die ersten drei Wochen der Sommerferien Urlaub. Dieser wurde ihm seitens der Arbeitgeberin nicht genehmigt.

Ihre Ablehnung stützte die Arbeitgeberin im Wesentlichen darauf, dass aufgrund der Erfahrungswerte aus den Vorjahren ein bestimmter Fahrerbedarf bestehe. Würde mehr Fahrern Urlaub gewährt werden, so käme es nach dem Vortrag der Arbeitgeberin zu Schichtausfällen und Subunternehmer müssten eingesetzt werden, wodurch finanzielle Mehrbelastungen entstehen. Das übliche Blabla also.

So was nennt man dann wohl ein Prognoseargument. In den vergangenen Jahren war es so, dann wird es auch dieses Jahr wieder so sein. Und schon ist der Urlaub gestrichen. Das LAG Köln, Urteil vom 08.07.2015 Az.: 11 SaGa 11/15 sah die Sache aber nicht so.

Die Argumentation der Arbeitgeberin stütze sich im Wesentlichen auf eine Prognose zur Urlaubsjahresplanung aufgrund bestimmter Erfahrungswerte der Vergangenheit. Eine solche Urlaubsjahresplanung sei jedoch schon nicht hinreichend aussagekräftig, da sie mit deutlichem zeitlichem Abstand zum Urlaubszeitraum vorab stattfindet und regelmäßige notwendige Korrekturen, wie etwa der unvorhersehbare krankheitsbedingte Ausfall von Mitarbeitern oder den Urlaubstausch zwischen Arbeitnehmern, nicht berücksichtigt werden kann.

Die übliche Urlaubsjahresplanung am Anfang des Jahres dürfte sich damit als problematisch erweisen.

Absolut nicht ausreichend ist es, wenn Arbeitgeber sich auf Erfahrungswerte und Prognosen aus vorherigen Jahren berufen.

 https://www.youtube.com/watch?v=5Rswx2Z7SDw

 

 

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