Verdachtskündigung gegen Sparkassenangestellte

Verdachtskündigung

Diesmal in der Herner…

…Sparkasse.

Die als Kassiererin eingesetzte Sparkassenangestellte hatte gegen 9.40 Uhr von einem Geldtransportdienst einen verplombten Geldkoffer der Bundesbank angenommen. Darin sollte sich ein Geldbetrag in Höhe von 115.000 Euro ausschließlich in 50-Euro-Scheinen befinden. Diesen hatte die Angestellte am Vortag selbst angefordert. Nachdem der Koffer rund 20 Minuten im nur teilweise einsehbaren Kassenbereich – wo sich die Angestellte zur fraglichen Zeit allein aufhielt – gestanden hatte, öffnete sie diesen unter Verletzung des von der Sparkasse vorgegebenen Vier-Augen-Prinzips allein. Sodann rief sie einen Kollegen hinzu, der im Koffer je eine Packung Waschpulver und Babynahrung, aber kein Bargeld erblickte. Sie gab an, den Koffer nach dem Aufbrechen der Plombe mit diesem Inhalt vorgefunden zu haben. Nach eigenen Aufklärungsbemühungen sowie Ermittlungsmaßnahmen der Polizei und der Staatsanwaltschaft kündigte die Sparkasse der Angestellten am 19. April 2016 fristlos. Sie begründet die Kündigung im Wesentlichen damit, dass gegen die Mitarbeiterin der dringende Verdacht einer Straftat zu ihrem Nachteil bestehe. Dafür sprächen zahlreiche Indizien, insbesondere auffällige finanzielle Transaktionen, welche die Mitarbeiterin nach dem Abhandenkommen des Geldes getätigt habe. Auch habe die Mitarbeiterin für eine Bestellung eines derart hohen, entsprechend gestückelten Bargeldbetrages keinen sachlichen Anlass gehabt. Die Frau wollte ihre Kündigung indes nicht hinnehmen und reichte Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht ein. Dieses gab ihr Recht. Auf die von ihrer Arbeitgeberin eingelegte Berufung hin bestätigte das LAG diese Entscheidung.  Nach Auffassung des Arbeitsgerichts fehlte es bereits an er „hohen Wahrscheinlichkeit der Tatdurchführung seitens der Klägerin, denn die Täterschaft anderer Personen sei nicht mit hinreichender Sicherheit auszuschließen. Das LAG führte als weitere Voraussetzung an, dass der betroffene Mitarbeiter vor seiner Kündigung hätte angehört und mit dem Verdacht konfrontiert werden müssen. Dies habe hier aber nicht stattgefunden, weshalb die Klage begründet sei. Da hat wohl auch der Arbeitgeberanwalt seine Hausaufgabe nicht gemacht.

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